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Delta, Gamma, Theta: Was die Greeks wirklich bedeuten

Ein intuitiver Zugang zu den wichtigsten Risikokennzahlen im Optionshandel – ohne Finanzmathematik-Studium.

1. März 2025 · 8 min Lesezeit

Warum die Greeks wichtig sind

Wer Optionen handelt ohne die Greeks zu verstehen, fliegt blind. Die Greeks beschreiben wie sich der Preis einer Option verändert – nicht nur in Abhängigkeit vom Basiswert, sondern auch von Zeit, Volatilität und Zinsen.

Das Gute: Du musst kein Mathematiker sein. Du brauchst ein intuitives Verständnis, keine Formeln.

Delta – die Richtungssensitivität

Delta gibt an, um wie viel sich der Optionspreis verändert wenn sich der Basiswert um 1 Euro bewegt.

  • Ein Put mit Delta -0.30 verliert 30 Cent an Wert wenn die Aktie um 1€ steigt
  • Ein Call mit Delta +0.50 gewinnt 50 Cent wenn die Aktie um 1€ steigt

Für die Wheel-Strategie ist Delta besonders relevant bei der Strike-Auswahl: Ein Short Put mit Delta -0.20 hat statistisch ca. 80% Chance, wertlos zu verfallen.

Theta – dein bester Freund als Stillhalter

Theta ist der Zeitwertverfall – wie viel die Option täglich an Wert verliert, allein durch das Vergehen der Zeit.

Als Stillhalter verkaufst du Optionen. Das bedeutet: Theta arbeitet für dich. Jeden Tag der vergeht, ohne dass sich der Markt stark bewegt, verdienst du.

Faustregel: Theta beschleunigt sich in den letzten 30 Tagen vor Expiry. Deshalb verkaufen erfahrene Stillhalter oft im Bereich 30-45 DTE (Days to Expiry).

Gamma – das Risiko das viele unterschätzen

Gamma beschreibt wie schnell sich das Delta verändert. Bei Options-Käufern ist hohes Gamma wünschenswert – bei Verkäufern ist es gefährlich.

Kurz vor Expiry steigt Gamma stark an. Das bedeutet: Kleine Marktbewegungen haben überproportionale Auswirkungen auf deine Position. Deshalb rollen viele Stillhalter ihre Positionen rechtzeitig weiter.

Vega – Volatilität als Faktor

Vega gibt an, wie sensitiv die Option auf Schwankungen der impliziten Volatilität (IV) reagiert.

Als Stillhalter profitierst du von fallender IV. Deshalb ist es sinnvoll, Optionen bei erhöhter IV zu verkaufen – du bekommst mehr Prämie und profitierst doppelt wenn IV anschließend fällt.

Zusammenfassung für die Praxis

GreekWas es bedeutetAls Stillhalter
DeltaRichtungssensitivitätStrike-Auswahl (z.B. -0.20 bis -0.30)
ThetaZeitwertverfallArbeitet für dich – täglich
GammaDelta-VeränderungRisiko kurz vor Expiry
VegaIV-SensitivitätBei hoher IV verkaufen

Im nächsten Artikel schauen wir uns an wie diese Greeks konkret bei der Wheel-Strategie eingesetzt werden.

Disclaimer: Alle Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Der Handel mit Optionen ist risikobehaftet und kann zum Totalverlust führen.